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Törnbericht
mit der Stray Cat durch die Ägäis

Es ist der 10.04.1990. Dagmar's Bruder Jan ist zu Besuch. Der Himmel ist bedeckt, der Wetterbericht ist Süd 5-6. Wir wollen zur Insel Kos. Nachdem wir uns schon den ganzen Winter in Bodrum und Umgebung herumgetrieben haben, wissen wir auch dass wir in der Strasse von Kos noch eins draufgeben können. Aber die See ruft und wir wollen sie nicht warten lassen. Das Groß 2x gerefft und die Sturmrock drauf! In der Hafeneinfahrt scheint es noch zu wenig Segel zu sein, denn wir kommen kaum voran. Die Wellen sind enorm, dann muss es ja auch Wind dazu geben, gibt es dann auch. Wir messen 7 Beaufort und in den Böen sogar 8.So gibt es eine schnelle Überfahrt zum Kos-Hafen. Der Hafen ist wunderbar leer, ganz anders als in der Saison. Wir erledigen die Formalitäten, und am nächsten Tag gehen wir groß einkaufen: alles was man im Winter in der Türkei nicht bekommt. Natürlich auch zollfreien Whisky! Am 12. April geht es bei sonnigem Wetter und immer noch Südwind zur Insel Leros. Als wir dann am 15.4. weiter nach Samos wollen, dreht der Wind auf Nord, erst schwach und je näher wir Samos kommen, umso stärker werden die Böen.
Die Genua 3 ist lange oben, das Groß wird 2x gerefft. In den Böen tragen wir grade die richtig Segel, doch wenn der Spuk vorbei ist, werden wir von den Wellen nach achtern versetzt. 5 Meilen vor Samos läuft dann überhaupt nichts mehr. Wir nehmen die Segel runter, und starten die "Eiserne Genua". Ich habe Ölzeug an, es spritzt wie verrückt, ich ziehe die Motorradbrille auf, die für solche Fälle immer an Bord ist. Jan findet, dass wäre das richtige Segelwetter: "Endlich mal was los". Nach einer 3/4 Stunde sind wir im Schutz der Insel, der Wind weht unvermindert, aber die Wellen sind etwas flacher. Wir bleiben ein paar Tage auf Samos, um die Insel mit dem Motorrad zu erkunden. Es ist phantastisch! Das Frühjahr zeigt sich in seiner vollen Pracht. Die Wiesen sind saftig grün und voll mit roten und gelben Blumen. Am 18.4. Motoren wir morgens früh ohne Wind durch die Strasse von Samos, nach Kusadasi, denn Jan muss zurück nach Istanbul, seinen Rückflug antreten. Über Kusadasi geht es für uns weiter nach Karlovasi und dann nach Ikaria.
Am 22.4. hören wir morgens den Wetterbericht, Südwest 4-5 locally 6. Unser Kurs nach Tinos ist 27o Grad. Nun das passt ja. Die ersten Meilen werden motort, dann kommt eine handfeste Brise auf. Je näher wir an die Durchfahrt Tinos, Mykonos kommen, desto unangenehmer wird das Wetter. Wir fahren unser Standartsegel, die Genua 3 und ein Reff im Groß. Der Wind legt zu und dreht mehr auf West, wir binden das 2. Reff ein. Das Speedo geht von 6kn auf 4kn runter. Die See ist ruppig. wir sind 30 Meilen gesegelt und nur noch 20 Meilen liegen vor uns. Also ein Mann, ein Weg! Das Reff muss wieder raus, sonst kommen wir nicht mehr im Hellen an.
Stray Cat holt schwer über und wir zeigen der Ägäis die Zähne. Die Seen sind so kurz und hoch, dass wir stellenweise bis zum Mast im Wasser stecken, doch Stray Cat nimmt es gelassen und rast mit unverminderter Geschwindigkeit weiter. in der Mykonos- Tinos Strasse kommt der Wind dann genau von vorne und wir müssen kreuzen. Dagmar schreibt ins Logbuch: "Segeln find ich Scheiße". Aber abends um 20 Uhr, nass bis auf die Knochen, kommen wir in Tinos an. Zum krönenden Abschluss, fragt mich beim Anlegen noch
ein Tourist:" Na war wohl kein Wind draußen, oder?“ Wir verschnaufen ein paar Tage auf Tinos, gehen spazieren, lernen Pedro den Pelikan kennen und leihen uns mal wieder ein Moped, denn wir warten auf unsere Freunde Jackie und Brigitte mit Ihrer Gaffelketsch "Shippie". Am 1.5. verlassen wir wieder Tinos und segeln nach Lavrion, einem kleinen Ort in der Nähe von Athen, wo Stray Cat dann am 3.5. aus Wasser geslippt wird. Es gibt einiges zu tun. Das Unterwasserschiff ist leicht bewachsen., und der Saildrive macht über die Simmerringe etwas Wasser. Dass Unterwasserschiff wird abgeschliffen. Die ganze Farbe kommt herunter und wir machen einen neuen Farbaufbau mit Epoxy. Am 7.5. sind alle Farbschichten aufgebracht, die Farbe muss nun gut durchhärten. So schauen wir uns Athen mit seinen Sehenswürdigkeiten an.
Die Akropolis ist sehr beeindruckend, zumal sie im Mai nicht ganz so überlaufen ist, wie im Sommer. Am 18. Mai geht es endlich wieder ins Wasser. Wir können es kaum noch erwarten. Morgens früh um 8 Uhr werden wir gekrahnt, um 9 Uhr sind wir schon auf dem Weg in den Evia-Kanal. Am 19. Mai kommen wir in Chalkides an und treffen unsere Freunde Jackie und Brigitte wieder. Chalkides ist die Hauptstadt auf der zweitgrößten griechischen Insel Evia. Die Insel ist hier mit dem Festland verbunden. Die Verbindung ist eine sehr alte Drehbrücke, ähnlich wie man sie auch in Holland finden kann. Einmal wieder etwas ganz anderes. Außerdem gibt es an der Brücke eine starke Strömung, Sie kann zur Springzeit bis zu 6 kn betragen. Die Brücke macht nur nachts auf, da sie tagsüber stark frequentiert wird. Es wird uns gesagt, wir sollen uns von ca. 24 Uhr an bereit halten. Wir legen schon um 23 Uhr ab und legen uns vor Anker. Nun warten wir auf die entsprechenden Lichtzeichen. Um oo.3o Uhr ist es dann soweit. Die Feuerwehr passiert die Brücke, ein sicheres Zeichen, das etwas passiert, wie uns von anderen Seglern berichtet wurde. Die Durchfahrt der Brücke wird durch Lichtzeichen geregelt. Wie uns der Brückenwärter sagte, grün weiß grün, von Süden nach Norden bedeutet freie Durchfahrt. Die Lichter gehen an, rot weiß rot, aha, wir müssen warten .Die Brücke geht auf, die Lichtzeichen ändern sich nicht, es fahren auch keine Schiffe von Norden nach Süden durch, wir warten. Ein Fischer kommt vorbei und sagt; worauf wartet Ihr noch, schnell, schnell fahren, die Brücke macht gleich wieder zu. Wir geben Vollgas und rauschen durch. Der Strom läuft mit, der Wind steht dagegen, auf der anderen Seite sehen wir in der mondlosen Nacht eine kabbelige See, auf uns zukommen. 300 Meter hinter der Brücke wird dann sofort wieder festgemacht und wir gehen erstmal ins Bett, um uns vernünftig auszuschlafen. Unsere Reise geht weiter zwischen Festland und der Insel Evia, und wir ankern in einigen schönen Buchten, und gehen das erste mal auch wieder schwimmen. Allerdings ist das Wasser noch recht kühl. Wir segeln weiter zu den Sporaden, Skiathos, Skopelos etc. Es sind schöne, kleine Inseln, die wunderschöne Ankerbuchten haben und wir finden hier den ersten, feinen Sandstrand im Mittelmeer. Von den Sporaden aus, geht es weiter nach Limnos, unserem letzten griechischen Hafen, bevor wir wieder in die Türkei kommen. Wir warten hier auf Post. Jackie und Brigitte hatten eine Adresse in Limnos angegeben. Nach dem wir 3 Tage gewartet haben, und immer noch keine Post da ist, fragen wir im Postamt nach und erfahren, dass schon seit 14 Tagen gestreikt wird und nichts durchkommt. Wir verfluchen die griechische Post, und segeln in eine nördliche Ankerbucht. Von Hier aus starten wir am 1o.6. zu den Dardanellen nach Canakkale. Wir erreichen die Dardanellen in der Dämmerung, wo uns türkische Fischer mit fangfrischen Makrelen willkommen heißen. Beim letzten Licht begegnen uns noch einige U-Boote, die in Richtung Agäis fahren. Wir segeln weiter durchs Verkehrstrennungsgebiet in Richtung Canakkala. Der Wind schläft dann ein und wir müssen weiter motoren. Dann wird alles ein bisschen unheimlich, da man in der Dunkelheit und gegen die Silhouette der Städte, nur schwer die Lichter der herannahenden Frachter erkennen kann. Aber Jackie hat Radar, so fahren wir lieber hinter ihm her und bilden die Nachhut. Um ein Uhr Nachts fällt dann der Anker auf der Reede vor Canakkale. darauf müssen wir noch ein paar OUZQ trinken, bevor wir uns In die Kojen legen. Morgens am 11.6. wird einklariert. Anschließend eingekauft, als wir wieder zurückkommen zum Schiff, weht eine wunderbare Brise, Süd-West 5-6. Nichts wie auf die Schiffe. Und auf nach Istambul mit seinen Sehenswürdigkeiten, am meisten sind wir beeindruckt vom Topkapi Museum und seinen wunderbaren Schätzen. Vor allem der Löffelmacherdiamant hat es uns angetan. Nach zehn Tagen Bildungsaufenthalt, verlassen wir den Bosporus und das goldene Horn in Richtung Agäis. Zunägst müssen wir motoren, doch dann setzt genau zum richtigen Zeitpunkt der Meltemi ein. Mit dem Blister und Rückenwind, sowie dem Strom, addiert sich unsere Geschwindigkeit an den Engstellen der Dardanellen bis auf 10 kn. In Canakkale müssen wir auch diesmal beim Zoll vorbei um unsere Papiere checken zu lassen. Doch schon auf der Hinfahrt arbeitet der Zoll schnell und einfach, sodass wir schon am Vormittag den Anker lichten können. Wir segeln weiter aufs offene Meer, zu einer der wenigen türkischen Inseln: Bocaada. An 11.7. machen wir eine schnelle Reise nach Lesbos. Der scheinbare Wind liegt bei 6 bf und wir haben Groß und Genua 1 gesetzt, so dass wir stellenweise sekundenlang surfen. Auf der Insel Lesbos, suchen wir uns einen Ankerplatz an der östlichen Küste, und gehen seit langen mal wieder schwimmen und Schnorcheln, denn das Wasser im Marmara-Meer war nicht sehr einladend (schmutzig und kalt). Gegen Abend merken wir das die Wahl unseres Ankerplatzes nicht sehr gut getroffen war. Der Wind dreht auf Ost und der Schwell drückt genau in die kleine Bucht, wo wir von kleinen Inseln, die nicht befeuert sind, eingekreist liegen. Wir können den Ankerplatz in der Dunkelheit nicht mehr verlassen. Also werden Ankerwachen eingeteilt. Am 12.7. Motoren wir beim ersten Büchsenlicht und schlechtem Wetterbericht zurück zur Türkei, nach Ayvalik. Der Wind legt immer mehr zu, bis er sich auf 35 kn gesteigert hat. Nach 15 sm haben wir es geschafft und laufen in Ayualik ein. Bei 8 bf von der Seite ist, es nicht ganz einfach, das Schiff so zu legen, dass der Buganker richtig sitzt, keinen Ankersalat produziert und man trotzdem noch die Lücke zwischen den anderen Jachten trifft. Die benachbarten Segler raten uns, noch einen 2. Anker auszubringen, da der Grund nicht gut hält.
Nach 2 Tagen hat der Wind etwas nachgelassen und wir segeln in eine Ankerbucht Bedem-Liman. Dort treffen wir auf "Belle Aventure ". Wir verleben einige schöne Tage und Abende zusammen mit den anderen Seglern. Von Badem-Liman segeln wir nun zu zweit mit "Belle Aventure" an der türkischen Küste entlang, wo wir sehr schöne und einsame Ankerbuchten finden. Jedoch müssen wir nachts meistens Ankerwache gehen, da es starke Fallböen von den Bergen gibt. Wir haben eigentlich nie Probleme mit dem ankern, da wir unseren Anker immer mit dem Motor richtig einfahren und danach auch noch mit der Taucherbrille kontrollieren. In Cesme erleben wir direkt zwei Katastrophen. Als es nachts einmal wieder richtig auffrischt, bricht einem französischem Stahlsegelboot, welches direkt vor Belle Aventure liegt, der Anker aus, wir pusten sofort alle das Nebelhorn, doch der Skipper ist Gott sei Dank schon an Deck und startet den Motor. Martin ist der Schreck so in die Glieder gefahren, dass er auch sofort seinen Anker hoch holt und erstmal etwas abseits wartet. Nach 3 Versuchen packt dann beim Franzmann endlich wieder der Anker, das ganze hat 1 1/2 Stunden gedauert. Martin und Rita kommen auch zurück und nehmen ihren Ankerplatz wieder ein. Das zweite Malheur spielt sich dann 2 Tage später bei Tageslicht ab: ein Rotweinsegler (Österreicher) mit seinem 29 Fuß Alu-Schiff, wirft seinen selbst geschweißten Anker, stellt den Motor ab und paddelt an Land. Wir gehen auch einkaufen. Als wir wiederkommen, sehen wir das österreichische Schiff auf die Felsen zutreiben. Es liegt schon ganz schräg im Wasser. Wir können doch nicht zugucken bis es auf den Felsen liegt. Der Rotweinsegler ist weit und breit nicht zu sehen. Dem Zoll zu erklären, dass da ein Schiff strandet, ist vergebliche Mühe. So schwingen sich Martin und ich ins Dingi, um zu sehen, was wir machen können. Das Schiff ist auf und der Motorschlüssel steckt. Wir können den Motor starten und das Schiff wieder ins tiefe Wasser fahren um es neu zu ankern. Als der Rotweinsegler denn zurückkommt, fragt er nur ganz erstaunt: „Habt Ihr mein Schiff verlegt".
Wir segeln weiter nach Sigacik, von dort nach Kusadasi. Am 15.8. verabschieden wir uns von Rita und Martin, weil sie auf Samos noch Besuch erwarten. Wir segeln weiter Richtung Süden, über Allinissos nach Leros und dann zu Ormos Vathy (Kalyronos). Die Bucht ist sehr schön und könnte genauso gut im hohen Norden liegen. Man fährt in einen Fjord und macht am Ende an einer Betonpier fest. Wir wollen hier ein paar Tage verbringen, da die Landschaft sehr schön ist. Das haben wir uns am nächsten Tag schnell anders überlegt, als die Bucht am Nachmittag von Ausflugsbooten übervölkert wird. So fahren wir in den Stadthafen von Kalymnos und sehen dort zu unserer Freude, Ute und Klaus aus Hamburg mit der Calypso liegen. Die zwei haben wir schon des öfteren verpasst. Natürlich gib es sofort wieder eine Menge zu berichten, denn wir haben uns seit mehr als 2 Jahren nicht mehr gesehen. Nach ein paar Tagen segeln wir weiter zu einer Ankerbucht an dar türkischen Küste, ein Geheimtipp von Klaus., Hier kann man mit der Harpune hervorragend schmeckende Schollen schießen. Wir schießen 22 Stück, die abends in die Pfanne wandern. Danach segeln wir nach Bodrum, um mal wieder nach der Post zu sehen und treffen dort noch auf Bell Aventura. Martin war schon wieder schneller als wir. Auf der Suche nach einem neuen Dingi, kommen wir auch an einer Schiffswerft vorbei. Wir finden dort eine Form für ein Kunststoffdingi, und sie entspricht genau unseren Vorstellungen. Wir werden uns mit dam Besitzer schnell über Preis und Liefertermin einig. Nach 4 Tagen können wir das fertige Dingi abholen. Dann geht's weiter nach Palamut, dass fest in deutscher Hand ist. Es scheint, als ob des ganze Dorf deutsch spricht. Zum Ausgleich findet in einem Lokal ganz spontan ein türkischer Folkloreabend statt. Der Restaurantbesitzer holt die Trommel hervor und die deutschen Segler machen den Bauchtanz. Der Raki fließt in Strömen. Am nächsten Tag geht gar nichts mehr.
Einige Tage später segeln wir weiter durch den Datca Golf und dann nach Rhodos. Nachdem wir uns in Rhodos wieder gut proviantiert haben, segeln wir in den Fethlye Golf mit seinen vielen geschützten Buchten. Ein türkischer Fischer zeigt uns, wie eine richtige Schleppangel auszusehen hat, denn bisher waren wir nicht vom Erfolg beseelt. Als wir dann den 1. Törn nach Gemiler Adasi, mit neuer Schleppangel machen, beißen auf einmal 2 Bonitos. Die Freude ist riesengroß. Abends gibt es dann Thunfisch pur. Wir machen eine schnelle Reise über Kalkan, Kas, Finike zur Kemermarina, wo wir zum ersten mal nach anderthalb Jahren Stray Cat alleine lassen, um ins Landesinnere nach Cappadokien zu fahren. Kaum ist Stray Cat angebunden und aufgeklart, springen wir von Bord, und fahren mit dem Dolmus (Sammeltaxi) nach Antalya, wo wir den Nachtbus nach Göreme nehmen. Nach zehn Stunden Busfahrt kommen wir morgens um 7 Uhr an, finden sofort eine saubere Pension, die auch unseren Preisvorstellungen entspricht. Cappadokien ist eine Mondlandschaft, aus dem Aschenregen des Erciyas Dagi, des 3916 Meter hohen, größten Vulkans Zentralanatoliens entstanden. Es ist eine bizarre Landschaft aus Schluchten und Kegeln. Die Menschen haben den weichen Stein bewohnbar gemacht, und Hunderte von Höhlenkirchen und Felsenklöstern in Stein gehauen. Für uns ist das Ganze eine Zwergenstadt, wo so manches Märchen ersonnen wurde. Nach ausgiebiger Besichtgung sitzen wir dann wieder im Nachtbus um zum Nemrut Dagi zu fahren.
Es ist ein 5o m hoher von Menschenhand aus Schottersteinen angehäufter Grabkegel, 21oo m über dein Meer, und im Osten und Westen von 5-9m hohen Kolossalfiguren bewacht. Dieses Monument ist auch über 2ooo Jahre alt und über eine sehr schlechte Schotterstraße zu erreichen. Vom Nemrut Dsgi fahren wir weiter zurück zur Küste, denn in Ostanatolien ist es uns einfach zu kalt. Auf dem Landweg schauen wir uns nun die Städte Mercin, Anamur und Alanya an. Früher als geplant sind wir wieder zurück auf unserem Schiff. Am 2o.1o. brechen wir auf in Richtung Zypern. Der Wetterbericht meldet variable Winde, kaum Druckunterschiede, also legen wir ab und legen die 14o sm unter Motor zurück, gelobt sei der Autopilot. Wir haben genau soviel Diesel verbraucht, wie die Marina an einem Tag kostet. Warum dann noch lange auf Wind warten. Wir machen Landfall morgens um 5 Uhr in Pephos, und lernen sofort das geflügelte Wort Overtime Tax kennen. Da wir an einem Sonntag angekommen sind, müssen wir 7 CYP (Pfund) sprich 25 DM auf den Tisch des Zöllners legen. Am nächsten Tag geht es weiter zur Sheraton-Marina in Limassol. Dort empfängt uns der Hafenmeister mit den Worten: "Sie haben nicht gebucht, ich habe keinen Platz mehr für Sie, fahren Sie sofort weiter nach Larnaca." Nach 5 Minuten haben wir Ihn soweit, dass wir erstmal eine Nacht bleiben dürfen. Nach 2 Stunden spricht er schon von einigen Tagen. Am 4. Tag bekommen wir die Zusage, wir können solange bleiben, wie wir wollen. Wir machen einen Landeasflug zusammen mit Christian und Regina von "C'est si bon", in einem Mietauto über die Insel.
Wir bekommen Nachbarn, zwei Australier in einem 1o m Schiff, die grade durch das Rote Meer gekommen sind. Von Freementel bis Zypern brauchten Sie 5 Monate. Die Beiden fliegen erstmal wieder nach Hause, haben uns jedoch vorher noch Ihre Dieselreserven aus Agypten geschenkt. Am 5.11. fahren wir zusammen mit Christian und Regina auf der Fähre von Limassol nach Agypten (Port Said). 23o SRI in 15 Stunden, unser schnellster Schnitt. In Port Said werden wir mit einer Barkasse an Land gebracht. Geld wechseln müssen wir auf dem Schwarzmarkt, da noch alles geschlossen ist. Wir fahren mit dem Taxi zum Busbahnhof und besteigen den Bus nach Kairo. Wo man geht und steht, überall wird man übers Ohr gehauen und alles ist sagenhaft dreckig. Mit sicherer Hand wählen wir in Kairo das dreckigste Hotel, da wir nur eine Nacht bleiben wollen, nehmen wir es. In unserem Zimmer sind die Wände vollgekritzelt und über unserem Bett droht ein Schriftzug: "Welcome to your Nightmare". Schon am Nachmittag reiten wir auf einem Kamel an der Spinx vorbei, zu den Pyramiden. Wir bleiben bis zum Sonnenuntergang. Sehr beeindruckend. Am nächsten Tag geht es ins Nationalmuseum und abends sitzen wir schon 1. Klasse im Zug nach Luxor am Nil. Der Zug ist so dreckig und speckig, dass wir den Schaffner fragen ob das wirklich 1. Klasse ist. Er bejaht. In Luxor kommen wir morgens um 9 Uhr mit 2 Stunden Verspätung an. Wir finden auf Anhieb ein sehr sauberes und preisgünstiges Hotel. Die Zugfahrt hat uns doch sehr geschafft, so dass wir uns nach einem Spaziergang ins Bett legen und den ganzen Nachmittag verschlafen. Am nächsten Tag setzen wir mit der Fähre über den Nil und mieten ein Taxi für den ganzen Tag, was uns 13 DP kostet. Wir besuchen den Habu-Tempel von Ramses dem 3., das Tal der Könige mit seinen Gräbern und den Hatschepsut-Tempel. Das Ganze hat uns so beeindruckt, dass wir alles noch mal mit dem Fahrrad 2 Tage später wiederholen. Zwischendurch machen wir einen Tag Urlaub von den Sehenswürdigkeiten und gehen endlich mal wieder Segeln. Diesmal auf einer Felukke, ein paar Kilometer den Nil hinauf. Sonntags buchen wir noch die Sound und Light Show im Karnak Tempel. Bei Nacht mit der richtigen Beleuchtung wirkt alles noch viel kolossaler. Wir sind überwältigt.
Uns zieht es noch zum Roten Meer. So setzen wir uns ein paar Tage später wieder in den Bus und fahren nach Hughada. Das ist ein Urlaubsort am Roten Meer für Pauschalreisende. Leider sind wir etwas enttäuscht, den die Gegend ist absolut trostlos, nichts als Wüste. Doch sobald wir den ersten Blick unter Wasser geworfen haben, sind wir begeistert, Fauna und Flora sind so reichhaltig und bunt, dass man es gar nicht beschreiben kann. Die Fische sind so zutraulich, das sie, als Dagmar den Fuß auf eine Koralle stellt, an ihren Zehen knabbern. Am Rotem Meer entlang fahren wir noch nach Suez, um den Kanal gesehen zu haben. Aber es ist wirklich keine Reise wert. Nach 16 Tagen Ägypten schiffen wir uns wieder auf der Prinzess Narisse ein, um am nächsten Tag wieder eine Nacht in unseren eigenen drei Wänden zu verbringen. Wir verweilen noch ein paar Tage auf Zypern. Am 26.11. nachmittags verabschieden wir uns von unseren Freunden die den Wintern auf Zypern verbringen. Bevor wir die Leinen los werfen, schrubbe ich noch das Unterwasserschiff und Dagmar geht noch eine Runde schwimmen. Schon sind wir wieder auf dem Weg in Richtung Türkei.
In der Nacht zum 28 Nov. verfolgen wir schon die Leuchtfeuer an der türkischen Küste. Als Zielhafen haben wir Kas gewählt, welches wir nach unserer Berechnung um 6 Uhr erreichen müssten. Dank zunehmendem Wind von achtern und Strom der mitläuft sind wir schon um 4 Uhr an der Ansteuerung. Da wir die Feuer nicht ausmachen können, ist es zu gefährlich zwischen den Inseln und Untiefen den Hafen auszumachen. Wir liegen 2 Stunden beigedreht bis der Tag anbricht. Im Hellen stellen wir mit Entsetzen fest, dass wir in der Nacht einen blinden Passagier an Bord hatten. Das ganze Deck ist voller Möwendreck. Eine Riesenschweinerei, unserer Meinung nach, müsste es uns genug Glück für das Jahr 1991 gebracht haben.




 

 

 

Mit der Stray Cat von Holland zum östlichen Mittelmeer

Copyright © 2002 Thomas Berger
Stand: 06.11.2004